Familienrecht,  Scheidungsrecht

«Erste Schritte bei einer Trennung oder Scheidung»

Erste Schritte bei Scheidung oder Trennung – Dr. Roger Groner

Groner Rechtsanwälte · Scheidungs- & Familienrecht

Erste Schritte bei Scheidung oder Trennung

Von Dr. iur. Roger Groner · Zürich

Häufig fragt sich ein Ehegatte, der vor einer Trennung oder Scheidung steht, was er denn nun als erstes effektiv machen soll. Sind einmal die Gespräche über eine einvernehmliche Regelung gescheitert, stellt sich die Frage nach den ersten Schritten.

Do’s – Was getan werden sollte

Do 1

Ruhe bewahren und klar bleiben

Eine Trennung ist emotional belastend – gerade deshalb ist ein klarer Kopf entscheidend. Überstürzte Entscheide in der Anfangsphase können weitreichende rechtliche Konsequenzen haben. Wer ruhig bleibt, schützt nicht nur die eigene Verhandlungsposition, sondern auch das familiäre Klima.

Do 2

Informieren und Rechte kennen

Im Schweizer Scheidungsrecht entscheiden Details über den Ausgang: Güterrecht, Unterhaltsberechnung, Vorsorgeausgleich. Wer seine Rechte kennt, kann sie wahren. Ein frühzeitiges Gespräch mit einem Fachanwalt schafft Klarheit – bevor Fakten geschaffen werden, die sich kaum mehr korrigieren lassen.

Do 3

Unterlagen sichern und ordnen

Bringen Sie persönliche Dokumente, Belege zu Investitionen in die Liegenschaft sowie finanzielle Nachweise zum Vermögen des anderen Ehegatten – Gehaltsabrechnungen, Kontoauszüge, Steuerunterlagen – an einen sicheren Ort. Namentlich wenn ein Ehegatte Vermögenswerte besitzt, die nicht in Depots erscheinen (Kryptowährungen etc.), ist der rechtzeitige Beweis entscheidend.

Do 4

Das Wohl der Kinder in den Mittelpunkt stellen

Reden Sie mit den Kindern, erklären Sie ihnen die Situation altersgerecht und klären Sie ihre Wünsche zur Betreuung ab. Ein guter Draht zu den Kindern ist wichtig, wenn Obhut und Betreuung umstritten sind. Ab etwa sechs Jahren werden Kinder vom Gericht direkt befragt – ihre Aussagen haben Gewicht.

Do 5

Professionelle Unterstützung holen

Richten Sie bei Bedarf ein eigenes Konto ein und verschaffen Sie sich eine genügende finanzielle Reserve. Vor Schweizer Gerichten kann es Monate dauern, bis ein Urteil über Unterhaltszahlungen rechtskräftig ist. Juristischer Beistand von Beginn an schützt vor kostspieligen Fehlern.

Don’ts – Was vermieden werden sollte

Don’t 1

Überstürzt handeln und emotional reagieren

Entscheide unter emotionalem Druck – etwa der vorzeitige Auszug aus der ehelichen Wohnung – können juristische Fakten schaffen, die sich kaum mehr rückgängig machen lassen. Wer auszieht, signalisiert dem Gericht, dass die Lösung für ihn akzeptabel ist. Besonders bei Streit um Kinder ist das fatal.

Don’t 2

Mit dem Partner streiten oder drohen

Offene Konfrontationen eskalieren Trennungen unnötig und erschweren jede einvernehmliche Lösung. Drohungen – ob mündlich oder schriftlich – können als Beweismittel vor Gericht verwendet werden und die eigene Position erheblich schwächen. Kommunikation, wenn nötig, sachlich und schriftlich.

Don’t 3

Probleme in sozialen Medien oder vor Dritten teilen

Was in sozialen Medien oder im Freundeskreis geteilt wird, kann vor Gericht landen. Posts, Nachrichten und Kommentare sind verwertbare Beweismittel. Diskretion schützt nicht nur die eigene Verhandlungsposition, sondern auch die Würde aller Beteiligten – insbesondere der Kinder.

Don’t 4

Gemeinsame Finanzen leichtsinnig verändern

Wer vor der Trennung den Lebensstandard der Familie bewusst reduziert – tiefere Kreditkartenlimite, weniger Ferien, günstigeres Essen – riskiert, später weniger Unterhalt zu erhalten. Der Richter orientiert sich am tatsächlichen Konsum der letzten zwölf Monate vor dem Auszug. Einseitige Vermögensverschiebungen können zudem güterrechtlich angefochten werden.

Don’t 5

Kinder für Konflikte instrumentalisieren

Kinder leiden unter Trennungen – sie dürfen nie als Druckmittel oder Informationsquelle gegen den anderen Elternteil eingesetzt werden. Gerichte und Kindesschutzbehörden reagieren auf solches Verhalten sensibel und ziehen entsprechende Konsequenzen. Das Kindeswohl ist der oberste Massstab – nicht der elterliche Konflikt.

Stehen Sie vor einer Trennung oder Scheidung?

Dr. Roger Groner berät Sie diskret und kompetent – in Zürich und international.


Kontakt aufnehmen →

Schreiben Sie einen Kommentar

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert